zundr* …the story behind

Wenn in China ein Sack Reis umfällt interessiert das sprichwörtlich keine Sau. Wenn der Sack aber meinem Nachbarn auf den Fuß fällt oder der ganze Reis auf dem Radweg zur Arbeit liegt wird dieses kleine Ereignis für mich und weitere Menschen in der Nähe bedeutend.

Mit der Idee, ein Medium für lokale Ereignisse zu schaffen, begann 2014 die Reise von zundr. Mein erster Gedanke war, ein Medium für Nachrichten zu entwickeln, welches von den Nutzern selbst gepflegt werden sollte. Wir haben dazu einige Beispiele aus den USA beobachtet, welche zum Teil sehr gut realisiert waren, aber leider nicht angenommen wurden. Nachrichten wurden dort oft mit einer festen Reichweite veröffentlicht. Kleinere Ereignisse hatten dabei zu viel Reichweite, bedeutende Ereignisse viel zu wenig – es fehlte an einer dynamischen Regulierung. Schnell kam dann die Idee, dass sich bei uns Nachrichten wie ein Lauffeuer verbreiten sollen. Kleine Ereignisse bleiben eine kleine Flamme und Spannendes entwickelt sich zu einem Flächenbrand.

Unter dem Arbeitstitel Wildfire begannen wir dann 2015, die Relevanz von Nachrichten wissenschaftlich zu betrachten. Das Ergebnis bestätigte uns, dass für die meisten Menschen der bedeutendste Nachrichtenfaktor die räumliche Nähe zu einem Ereignis ist. Der Nachrichtenwert und somit auch die Reichweite müssen dabei aber von den Menschen vor Ort beurteilt werden. Was wir also benötigen, ist ein relativ dichtes Netzwerk an mitteilungsfreudigen Menschen.

Ein weiteres Jahr beobachteten wir verschiedene Nachrichten-, Community- und Messenger-Apps und stellten fest, dass die Menschen wesentlich mitteilungsfreudiger und ehrlicher sind, wenn sie sich anonym über das lokale Geschehen austauschen können. 2016 war ich dann davon überzeugt, dass wir ein Format entwickeln können, welches funktioniert. Mit der großartigen Unterstützung meines Teams machten wir uns ans Werk. Es war unsere erste App, und wir mussten wirklich vieles lernen. Danke an dieser Stelle nochmal an euren Ehrgeiz! Im Oktober 2017 war es dann aber tatsächlich geschafft und wir konnten die App für Android und iOS veröffentlichen. Und dem ersten Anschein nach, zündet es auch.

Ich wünsche euch viel Spaß beim zundern

Peter

PS.: Achso, um ein Lauffeuer zu entzünden benötigt es Zunder. Damit wisst ihr jetzt auch wie wir auf den Namen gekommen sind.